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Should I?

Ich kann nicht schlafen. Wie so oft. Und diesmal ist es noch schlimmer. Denn ich bin obendrei traurig, hoffnungslos, verzweifelt. Nenn es wie du willst.
Ich habe Angst einzuschlafen. Denn wenn ich einschlafen kommen wieder Träume. Entweder werde ich gefangen, vergewaltigt oder getötet. Oder eines nach dem anderen.
Und dann werde ich aufwachen und mich fragen: "Wäre es nicht besser so? Hast du nicht genau das verdient?"
Und dann werde ich ins Bad gehen. Und dann werde ich mich für diese Gedanken bestrafen.
Und danach werde ich mich noch mehr hassen und mich vollfressen und das bereuen und wieder auskotzen. Oder ich werde mich noch mehr hassen und mein Essen verweigern. Ich glaube es wird auf letzteres hinauslaufen.
Denn ich will schließlich etwas an mir ändern. Ich will auch wieder geliebt werden. Ich möchte wieder jemanden, dem ich gefalle und nicht jemanden, der eh nur vorgibt mich zu verstehen um mich dann fallen zu lassen, weil ich zu anstrengend bin und sich den Nächstbesten sucht.
Ich möchte hübsch sein. Ich möchte perfekt sein. Ich möchte nicht mehr in diesem hässlichen Körper stecken.

Ich persönlich glaube an keinen Gott. Ich glaube nicht daran, dass es eine höhere Macht gibt, die sich in einem alten Knacker und seinem Sohn manifestiert. Offiziel bin ich zwar evangelisch aber das sozusagen auch nur auf dem Papier. Wie gesagt, ich glaube nicht an einen Gott in dieserm Form.
Ich glaube, dass es zwar eine höhere Macht gibt, ja, aber nicht, dass sie so ist, wie es die meisten Religionen vorgeben. Diese ganzen möchtegern Heiligen...
Vielmehr glaube ich daran, dass wir wiedergeboren werden. Zumindest glaube ich, dass ich das glaube. Entweder wir verlassen unseren sterblichen Körper wenn wir sterben als Geist und finden den Weg um wiedergeboren zu werden oder wir weigern uns diesen Weg zu gehen und bleiben als Geister, als rastlose, verlorene Seelen in dieser Welt zurück.
Falls wir den Weg finden sollten ein neues Leben zu beginnen, glaube ich nicht, dass unser neues Leben an Hand unserer Taten im vergangenen ausgesucht wird. Ich glaube, dass es vielmehr mit unserer Willenskraft zusammen hängt. Und mit unseren Wünschen und Idealen.
Will man zum Beispiel ein Baum sein, dann wird man auch einer. Vorrausgesetzt man glaubt fest genug daran. Vorrausgesetzt man ist stark genug dazu und zerbricht nicht an alle dem.
Denn wenn wir unseren Tot nicht verkraften und daran zu Fall gehen, dann werden wir entweder auch eine verlorene und verwirrte Seele oder wir werden als ein Lebewesen neu geboren, das genau so einen zerborstenen Geist hat, wie vorher.

Das klingt alles ziemlich idealistisch oder? Mag sein, dass ich die einzigste bin, die so denkt. Und vielleicht stimmt es auch nicht wie ich mir das Leben nach dem Tot vorstelle aber ich für meinen Teil glaube fest daran, das es so ist.
Und daher werde ich in meinem nächsten Leben bestimmt nicht so gestraft werden wie in diesem. Ich werde allles haben, was ich mir nur wünsche. Ich werde geliebt werden und ich werde wundervoll aussehen. Und bis es soweit ist, versuche ich mein jetziges Leben so gut es geht zu formen.

Doch manchmal wird es mir einfach zu viel.. Dann denke ich: "Wieso warten und arbeiten wenn ich mit einer kurzen Tat mein neues Leben haben kann?" Und dann fange ich an, darüber nachzudenken. Und etwas in mir sagt, dass es stimmt. Dass ich alles ganz schnell beenden kann und beenden soll und somit alles neu anfangen kann. Resetten wenn man so will. Alles würde so einfach sein.
Aber etwas anderes in mir ist ganz und garnicht dieser Meinung. Etwas anderes in mir sagt, dass ich nicht so einfach aufgeben kann und weiter kämpfen muss.
Und mich? Mich zerreisst das alles. Ich weiß nicht was ich denken soll und auf wen ich hören soll. Was das richtige ist und was nicht. Ich kann nicht einfach so sterben aber ich kann so auch nicht weiter leben. Sterben könnte so einfach sein aber dennoch so schwer. Und leben... leben ist durch und durch schwer. Vor sich hinleben, ja das ist einfach. Aber dieses stendige Kämpfen. Dieser stendige Kampf namens Leben ermüdet mich.
Und der Teil in mir, der sagt, ich muss weiter kämpfen und ich kann nicht einfach so aufgeben, der hat doch keine Ahnung von diesem kämpfen!
Ich will nicht mehr weiter kämpfen. Aber ich will auch nicht aufgeben. Und dann bin ich in einem Konflikt, in dem es eigendlich nur einen Ausgang geben kann. Nur eine Antwort. Und zwar die, die besagt, dass ich feige bin. Zu feige um zu sterben und zu feige um sich dem Leben zu stellen. Und das führt wieder zum Hass.
Und dann hasse ich mich und bestrafe mich. Obwohl ich doch gelernt habe nicht in solchen endlosen, negativen Schleifen zu denken. So viele Psychologen und Therapeuten haben es mir beigebracht und dennoch lasse ich mich wieder dazu hinreißen.

Und all das lastet einzig und allein auf mir. Denn wem kann ich sagen, dass es mir so schlecht geht? Wem kann ich sagen was ich immer wieder tue?
Die einzige, mit der ich darüber reden konnte, hat mich verlassen. Und jetzt stehe ich alleine da mit diesem Problem. Nicht einmal meiner Psychologin kann ich meinen Drang zum Selbstverletzen anvertrauen. Was ist, wenn sie mich wieder in eine Klinik einweist? Ich will dort einfach nicht wieder hin. Und was würden dann erst meine Eltern denken? Haben sie denn nicht schon genug unter mir gelitten? Ich kann ihnen doch nicht ihre mühevoll neu errichtete Welt zerstören und alles wieder dem Untergang weihen.
Ich habe doch noch kein großes Mitspracherecht wenn es um sowas geht. Leider Gottes sind immer noch meine Eltern mein Vormund und es zulassen, dass ich eingewiesen werde. Und wenn nicht, wäre es auch egal. Bei akuter Gefährdung kann man, soweit ich weiß, zwangseingewiesen werden.
Also wird das alles wohl bei mir bleiben. Solange, bis ich ausziehe. Was nicht mehr sehr lange dauern wird. Oder bis ich sterbe. Was hoffendlich auch nicht mehr so lange dauern wird.

8.2.09 22:45
 


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